Landleben macht durstig ... ab Herbst 2015 in Houverath

Fahrerschutz

Die beste Neuerung seit Einführung der Kfz-Pflichtversicherung

Wer ein Auto hat, der muss - ob er will oder nicht - dafür eine Haftpflichtversicherung abschliessen. Diese Versicherungspflicht für Kraftfahrzeuge wurde in Deutschland 1937 gesetzlich eingeführt und sie ist eindeutig sinnvoll (auch wenn sie aus der nationalsozialistischen Zeit stammt).

Im Jahr 2002 trat in Deutschland eine Reform des Schadenersatzrechts in Kraft. Diese Gesetzesänderungen bewirkten endlich, dass praktisch alle Personen, die ohne eigenes Verschulden bei einem Verkehrsunfall geschädigt werden, einen vollständigen Schadensersatzanspruch haben.

Keinen oder keinen vollständigen Schadensersatzanspruch haben seither nur noch die Veruracher oder die Mitverursacher der Verkehrsunfälle (sowie diejenigen, denen ein Mitverschulden an den Unfallfolgen nachzuweisen ist - das sind beispielsweise Fahrzeuginsassen, die nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsgurt angelegt hatten).

Unfallverursacher oder Mitverursacher des Verkehrsunfall ist manchmal ein Fußgänger oder Radfahrer, aber im Regelfall ist es ein Fahrzeugführer (sprich: Autofahrer oder Motorradfahrer). In komplizierten Fällen können natürlich auch mehrere Fahrzeugführer gleichzeitig Mitverursacher sein.

Für Autofahrer, die bei einem Verkehrsunfall verletzt werden und die (ganz oder teilweise) selbst schuld sind, gibt es (erst seit einigen Jahren und noch immer nicht bei allen Versicherungsgesellschaften) ein wirklich gutes Angebot, nämlich den Fahrerschutz als Ergänzung zur Kfz-Versicherung.

Der optimale Fahrerschutz bietet genau dieselben (restlichen) Leistungen, die man bei einem zu 100% fremdverschuldeten Unfall von der Versicherung des Unfallgegners bekommen hätte. Wenn der Unfall zu 100% fremdverschuldet ist, zahlt der Fahrerschutz also nichts; ist er zu 100% selbstverschuldet, zahlt der Fahrerschutz alles; und wenn die Haftung geteilt ist, zahlt der Fahrerschutz teilweise.

Leider wird der Fahrerschutz um die Verbraucher zu verwirren) unter vielen verschiedenen Namen angeboten und es gibt auch richtige Mogelpackungen bei den Versicherungsangeboten. Weil es in Deutschland nicht mehr den früheren Verbraucherschutz gibt, der Versicherungsbedingungen nur dann genehmigte, wenn sie halbwegs fair waren, muss heutzutage jeder Kunde selbst aufpassen und sich genau informieren.

Dabei kann als Hilfe, um einen brauchbaren Fahrerschutz von einem Fahrer-Scheinschutz zu unterscheiden, zuerst gefragt werden, ob der Versicherer die Ansprüche des Fahrers (und seiner Hinterbliebenen) im Schadenfall "wie ein Haftpflichtversicherer" oder "wie ein Unfallversicherer" reguliert? Nur wenn eine Regulierung "wie ein Haftpflichtversicherer" (nach gesetzlichen Regelungen) und nicht "wie ein Unfallversicherer" (nach vertraglichen Vereinbarungen) erfolgt, kann es sich um einen "richtigen" Fahrerschutz handeln.

Auch beim richtigen Fahrerschutz gibt es Unterschiede, nämlich mehr oder weniger bedeutsame Leistungsbeschränkungen. Die unterschiedlichen Einschränkungen haben meistens nur den Zweck, den Preis für den Fahrerschutz möglichst klein zu halten (was eigentlich blödsinnig ist, denn bei den Fahrzeugversicherungen versuchen dieselben Versicherer, durch Leistungserweiterungen neue Kunden zu gewinnen).

Der Wildwuchs in den Versicherungsbedingungen beruht auch darauf, dass es noch immer keine Musterbedingungen gibt, die als Maßstab für ein seriöses Versicherungsangebot dienen könnten. In Verbindung mit der fehlenden Genehmigungspflicht ist so eine überaus große Bedingungsvielfalt entstanden, die für normale Kunden nicht vorteilhaft, sondern nur undurchschaubar ist.

Diese Kritik ändert jedoch nichts an der Feststellung, dass es sich beim richtigen Fahrerschutz um die absolut sinnvollste Zusatzversicherung zum gesetzlich vorgeschriebenen Kftz-Haftpflichtschutz handelt. Es ist keine Schande, wenn jemand nicht sämtliche Kfz-Zusatzversicherungen bezahlen kann oder will, aber es ist Dummheit, wenn er auf den Fahrerschutz verzichtet und stattdessen eine vergleichsweise überflüssige Teilkaskoversicherung oder Schutzbriefversicherung oder Rechtsschutzversicherung bezahlt.

Statt Mietwagen: Nutzungsausfall

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